Ausstellung Parallelitäten Weimar 2021

24.04. – 27.05.2021 Beate Debus: Skulptur Zeichnung Grafik | Galerie Profil Weimar

Am 24. April 2021wurde die Ausstellung „Beate Debus – Parallelitäten oder Rhythmen der Form“ mit Skulpturen und Arbeiten auf Papier in der Galerie Profil in Weimar eröffnet. Bis auf Weiteres ist die Ausstellung nur virtuell zu sehen: www.galerie-profil.de/beate-debus. Sobald die Galerie für angemeldete Besucher öffnen darf, wird die Ausstellung bis zum 27. Mai 2021 zu den Öffnungszeiten Mittwoch – Freitag 12-18 Uhr und Samstag 10-16 Uhr und nach Vereinbarung unter den geltenden Sicherheitsbestimmungen zu sehen sein.

Virtueller Ausstellungsrundgang

Beate Debus: Schwergewichte – Landschaftliche Impressionen

Der Kunstwissenschaftler Kai Uwe Schierz, Direktor der Erfurter Museen, verfasste einen einführenden Text zur Ausstellung:

Kann man Landschaften – konkret: landschaftliche Motive und Sujets, oder besser: die eigenen Eindrücke beim Betrachten von Landschaften – mit den Mitteln der Bildhauerei darstellen? Vermutlich wird jeder, der sich etwas auskennt, kurz die Erinnerungen konsultieren und dann mit dem Kopf schütteln. Zwar wird die Topografie von Landschaften mit Reliefs verglichen, und tatsächlich gibt es Reliefs und freistehende Skulpturen, die topografische Assoziationen ermöglichen, ihre Betrachter an Felsen, Erdspalten und Berge erinnern, aber landschaftliche Eindrücke bestehen ja aus sehr viel mehr als der Wahrnehmung von Höhen, Breiten und Tiefen und Oberflächenreliefs. Landschaftliche Eindrücke sind voller atmosphärischer Wechsel und Wandlungen. Licht kommt und geht, streift über die geologischen Reliefs und die Vegetation hinweg; Wind und Regen kommen und gehen; sie alle verändern die Farben und Grauwerte der Landschaften in Minuten zu Teil radikal. Da kann das bildhauerische Medium, im klassischen Verständnis ein statisches, nicht mithalten. Etwas so Ephemeres, Volatiles, Atmosphärisches wie Sonnenauf- und untergänge, Stürme, aufsteigende Nebel und vieles mehr kann die plastische Kunst zwar begleiten, aber nicht darstellen. Wenn ich sage „begleiten“, dann meine ich die mögliche enge Verbindung und Anverwandlung von Landschaft und Bildhauerei, wie wir sie exemplarisch bei Eduardo Chillida finden können, bei Erwin Wortelkamp oder bei Hans Brockhage, um unseren Fokus dabei sukzessive von Europa nach Mitteldeutschland zu lenken. Es gibt in gelungenen Fällen, also gar nicht so selten, eine beredte Zwiesprache zwischen Skulpturen und ihrem landschaftlichen Umfeld. Aber einen Schneesturm in Holz geschnitten und gesägt, dräuende Wolkenmassen in Bronze? Das ist doch eher etwas, was wir nicht für möglich halten.

Bei Beate Debus können wir lernen, in dieser Hinsicht umzudenken. Sie hat in den letzten Jahren im Relief, in der Holzskulptur und im Bronzeguss motivisches Neuland betreten und wir können ihr folgen. Die Bildhauerin, eine Schülerin von Hans Brockhage, beschäftigt sich ja schon lange und intensiv in ihrer bildhauerischen Arbeit mit Körper- und Raumkonzepten, die in der Lage sind, innere, also psychische Befindlichkeiten auszudrücken, derartiges zu formen. Stimmungen und Emotionen kommen und gehen wie das Wetter, sind also eigentlich ungeeignet für den bildhauerischen Zugriff. Beate Debus hat sich jedoch über die Sprache von Gesten, Rhythmen, Kontrasten und Balancen der Kräfte, wie wir sie im modernen Tanz als zentrale Form- und Kommunikationsmittel beobachten können, eigene bildhauerische Gestaltungsräume eröffnet, die das wenig Greifbare, das Vorübergehende, das Subjektive auszudrücken vermögen. Von hier aus war es also gar nicht mehr so weit, den Sprung ins landschaftliche Sujet zu wagen…

Kai Uwe Schierz „Beate Debus: Schwergewichte – Landschaftliche Impressionen“, Weimar 2021

Mehr Informationen

Laudatio 2021-Kai-Uwe-Schierz-Beate-Debus-Schwergewichte-landschaftliche-Impressionen | PDF 24 KB
Flyer 2021-Beate-Debus-Parallelitaeten-Galerie-Profil-Weimar | PDF 480 KB

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